Stolz, Motivation und gute Vorsätze

Die Zeit der guten Vorsätze hat wieder begonnen. Solche Vorhaben haben allerdings eine Menge Konkurrenz: der Plan sich trotz Kälte zu bewegen, muss sich gegen die bequeme Couch durchsetzen. Die Absicht sich ausgewogen zu ernähren, muss es irgendwie am Würstlstandl vorbeischaffen. Kein leichtes Unterfangen.

Und so kommt es jedes Jahr aufs Neue bei vielen Menschen zu einer Kollision. Diese „unauffällige“ Kollision findet zwischen unserem kurzfristigen Verlangen (Sofa) und unseren langfristigen Gesundheitszielen (Bewegung) statt. Der Blick auf die Waage, oder die verstaubten Sportschuhe verrät uns nach der Faschingszeit zeitverzögert den Gewinner dieser Konfrontation. Egal wie klar und realistisch ein Ziel formuliert ist -  Motivationsprobleme sind nicht immer vermeidbar.

Um die Motivation aufrecht zu erhalten reicht es nicht immer mit dem bloßen Verstand zu arbeiten. Das erkennt man z.B. daran wie viele im Gesundheitsbereich tätige Menschen trotzdem noch rauchen. Auch Willenskraft ist punktuell wunderbar und nötig, allerdings keine Dauerlösung. Unser Gehirn schätzt es gar nicht, ununterbrochen Energie in die Aufrechterhaltung von Selbstkontrolle zu investieren.

Als Unterstützung können wir jedoch auf die Kraft der Emotionen zurückgreifen. Ein Kandidat ist der oft zu Unrecht negativ besetzte „Stolz“. Ein unhinterfragtes, allumfassendes Gefühl von Stolz ohne konkrete Grundlage, bringt in der Tat nicht viel – vor allem dann, wenn es darum geht, etwas an seinem Verhalten zu verändern. Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass der Stolz auf eine konkrete Leistung, dazu motiviert, härter und länger an den darauf folgenden Herausforderungen zu arbeiten. In der alltäglichen Praxis erlebe ich wiederum oft, das Patientinnen und Patienten ihre eigenen Leistungen und Erfolge eher klein reden, oder gar nicht wahrnehmen, während Defiziten und Misserfolgen ungleich mehr Bedeutung für die Zukunft zugesprochen wird: „Ich habe es bisher nicht geschafft, also wird es auch jetzt kaum gelingen.“ Das erschwert geplante Verhaltensänderungen zusätzlich.

Beginnen Sie Ihre Vorsätze bewusst auf der Erfolgsschiene! Halten Sie Rückschau auf bewältigte Herausforderungen, gelöste Probleme, geschaffte Arbeiten oder gute Taten. Nehmen Sie sich dann bewusst Zeit sich über diese Erlebnisse zu freuen. Sprechen Sie es auch ruhig laut aus: „Ich kann stolz auf mich sein.“ Formulieren Sie Ihre Ziele, Pläne, Vorsätze mit diesem positiven Gefühl im Rücken (Mag. Gorgi beschreibt hier schon worauf man dabei besonders achten sollte). Möglicherweise gibt es zu einer dieser Erinnerungen sogar ein Foto oder sie wählen ein passendes Bild aus dem Internet oder einer Zeitschrift. Platzieren Sie Ihr Ressourcenbild an einem auffälligen Ort in Ihrem Zuhause, sodass Sie immer wieder an Ihre Stärke erinnert werden und Energie für Veränderungen tanken können.

Mag. Andreas Fuka, Klinischer und Gesundheitspsychologe
Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs

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