Beten als beruhigende Wirkung

Oft erzählen Patienten, dass ein Gebet eine beruhigende Wirkung auf sie hat, dass sie nach einem Gebet z.B. besser einschlafen können. Warum dies so ist, lesen Sie hier!

Beten als Hilfe gegen die Angst

Ein Patient, der für sich in Anspruch nahm nicht an Gott zu glauben, erzählte mir eine Geschichte, die er nicht ganz einordnen konnte. In der Volksschule war Impfung, er stand in der Schlange und wartete auf seine Spritze. Er hatte furchtbar Angst, die sich immer mehr zur Panik steigerte. Als er es nicht mehr aushielt, verschwand er auf die Toilette. Dort betete er das „Vater unser“ und bat Gott in seinen eigenen kindlichen Worten um Hilfe.

Als er dann zurück ging war die Angst wie weggeblasen und die Impfung kein Problem. Er meinte, dass er schon damals ziemliche Zweifel an der Existenz Gottes hatte und konnte sich das Erlebnis nicht ganz erklären.

Wie konnte das sein?

Wir Menschen sind soziale Wesen. Unabhängig davon ob es einen Gott gibt oder nicht, hat die Vorstellung einer Person oder eines Wesens, welches mich beschützt, eine beruhigende Wirkung. Bildgebende Gehirnuntersuchungen haben gezeigt, dass es zur Aktivierung der selben Gehirnareale kommt, egal ob ich jemandem real begegne oder nur an ihn denke bzw. mir eine Person auch nur vorstelle. Das heißt, ob es Gott jetzt wirklich gibt oder ob ich ihn mir nur vorstelle, ist für unser Gehirn kein großer Unterschied. Wenn ich mir im Gebet vorstelle, dass er mir hilft, wird mich das beruhigen.

Man könnte dies auch mit dem Placeboeffekt vergleichen. Das Placebo ist ein Medikament, welches keinen Wirkstoff enthält. Trotzdem hat es eine positive Wirkung. Studien haben gezeigt, dass der Placeboeffekt auch funktioniert, obwohl man weiß, dass es sich um ein Placebo handelt. Offensichtlich ist es beim Gebet auch so.

Positive Gefühle nach dem Gebet

Wenn Sie sich vertrauensvoll an Gott, an einen Schutzengel, einen Heiligen, Buddha oder wenn auch immer wenden, werden die Bereiche für soziale Beziehungen in ihrem Gehirn beruhigende Botenstoffe ausschütten. Das vermindert die Angst und fördert positive Gefühle.

Das heißt, ob Sie nun an die Existenz Gottes glauben oder nicht, ein Gebet wird Ihnen jedenfalls gut tun. Probieren Sie’s.

Mag. Alexander Urtz, MBA
Klinischer- und Gesundheitspsychologe
Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs

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