Wissenschaftliches Symposium

am 12. und 13. Mai 2017

Leben ist Bewegung. Bewegung ist Leben!

Die Rolle des Sports in Primär- und Sekundärprävention.

Bewegung = Lebensqualität

Die Anpassung des Menschen an seine Umwelt läuft heute vor allem kulturell durch das Aneignen von Kulturtechniken. Unsere Lebensumwelt verändert sich so schnell, dass eine biologische  Anpassung schon lange nicht mehr Schritt halten kann. Lesen, Schreiben oder das Bedienen eines Handys sind solche Kulturtechniken. Vor zehntausend Jahren ist der Mensch sesshaft geworden. In den letzten hundert Jahren ist er sitzend geworden. Die meisten Tätigkeiten unseres Alltages erledigen wir sitzend. Nahrungsaufnahme, Autofahren, Büroarbeit, .... Dafür ist unser Körper aber nicht gebaut und wir entwickeln eine Reihe sogenannter Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Rückenschmerzen, die vor allem durch dass viele Sitzen verursacht sind. Um das auszugleichen können wir versuchen im Alltag mehr Bewegung (Treppenhaus statt Lift) zu machen oder die für unsere Gesundheit notwendige Bewegung in der Freizeit nachzuholen. Zusätzliche Bewegung für die Gesundheit zu machen ist eine neue Kultur. Eine neue Bewegungskultur, die sich positiv auf ihre Lebensqualität und Lebenserwartung auswirkt.

Bewegungstherapie ist die wichtigste Therapieform im Rahmen der Herz-Kreislauf-Rehabilitation. Mit den verschiedenen Bewegungstherapien kann man die Leistungsfähigkeit steigern, Erkrankungen vorbeugen und bei bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung negative Folgen zu vermeiden.

Deshalb widmen wir unser diesjähriges Symposium dem Thema Bewegung!

Unsere Referenten

Dr. Alexandra Meixner

 

Referate:

Freitag 18:30 Uhr "Erfahrungen aus dem Extremsport"

"20 Ironmandistanzen in 20 aufeinanderfolgenden Tagen - wie ist das möglich? Mit welchen Problemen sind AthletInnen so einer Randsportart konfrontiert? Welchen Herausforderungen müssen sie sich stellen? Ein Double-Deca-Ultratriathlon ist nicht nur körperlich eine extreme Anstrengung sondern auch eine mentale Höchstleistung."

Samstag, 13:25 Uhr "Was das Herz begehrt - Sexualität und Herzkrankheit"

Mythen und Fakten zum Thema!

Lebenslauf:

  • FÄ für Gynäkologie und Geburtshilfe
  • FÄ für Allgemeinmedizin
  • ÖÄK-Diplom für psychosoziale Medizin
  • ÖÄK-Diplom für psychosomatische Medizin
  • ÖÄK-Diplom für Akupunktur
  • i.A.u.S psychotherapeutische Medizin (system. Therapie)
  • i.A. Sportmedizin
  • staatl. gepr. Triathloninstruktorin
  • amtierende Weltrekordhalterin im Deca - und Double-Deca-Ultratriathlon
Mag. Martin Miehl

 

Referat: Intervalltraining im trainingstherapeutischen Alltag und in der kardiologischen Rehabilitation

Ausdauertraining gilt als etablierte trainingstherapeutische Intervention in der kardiologischen Rehabilitation. Es ist die wichtigste Trainingsmethode, um das Herz-Kreislaufsystem zu stärken und wird hauptsächlich als Rad- und Wandertraining durchgeführt. Methodisch kam bis vor kurzem ausschließlich die extensive Dauermethode zum Einsatz, sie gilt als sicher und bewährt. In den letzten Jahren weckte eine Trainingsmethode, die höhere Intensitäten beinhaltet, Interesse, das hoch intensive Intervalltraining (HIIT). Aus dem Leistungssport kommend, wird es nun auch zunehmend in der kardiologischen Rehabilitation angewandt. Erfahrungswerte sind allerdings rar. Als relativ neue therapeutische Trainingsmaßnahme ist das HIIT mittlerweile Gegenstand reger Forschungstätigkeit. Intervalltrainingsstudien weisen jedoch keine einheitliche Struktur auf, das Design der Intervalltrainingseinheiten ist unterschiedlich angelegt und lässt sich zwischen den Studien kaum vergleichen. Wie sinnvoll ist das HIIT in der kardiologischen Rehabilitation? Wie sicher ist es? Wie haben wir im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs das HIIT designt und praktisch umgesetzt? Welche Erfahrungen haben wir bisher damit gemacht?

Dipl. Päd. Mag. Dr. Heidi Manseder

 

Referat: Bewegung und Gesundheit – von den Kinderschuhen bis in hohe Alter

Dipl. Päd. Mag. Dr. Heidi MansederUnser Alltag wird zunehmend durch einen überwiegend sitzenden Lebensstil beherrscht. Die Sportbegeisterung in Österreich ist nicht besonders groß, 60% betreiben nie oder kaum Sport, nur ca. 20% der Kinder und Jugendlichen bewegen sich eine Stunde täglich. Bewegungsmangel ist ein eigenständiger Risikofaktor welcher die Gesundheit in vielerlei Hinsicht beeinträchtigen kann. Regelmäßige körperliche Aktivität gilt als potenter Schutzfaktor. Bewegung ist Leben – Leben ist Bewegung. Gesundheitswirksame Aktivität erhöht die physische und psychische Leistungsfähigkeit, steigert die Lebensqualität und trägt dazu bei, mehr gesunde Lebensjahre zu erreichen. Just do it - es zahlt sich aus!

OÄ Dr. Karoline Walchetseder

 

Referat: Positive Effekte von Bewegung auf die Psyche

Ao. Univ.-Prof. Dr. Rochus Pokan

 

Referat: Trainingstherapie in der kardiologischen Rehabilitation

Mehr als die Hälfte aller Todesfälle in der industrialisierten Welt werden durch Herz-Kreislaufereignisse verursacht. Eine gut strukturierte und richtig angewandte kardiologische Rehabilitation ist in der Lage, lebensbedrohliche Wiederholungsereignisse um ein Viertel zu senken und die körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Patienten nachhaltig zu verbessern.

Ziel einer österreichweit angelegten Studie war es die Wirksamkeit der ambulanten Kardiologischen Rehabilitation Phase II und III nach dem Modell der Arbeitsgemeinschaft für ambulante kardiologische Rehabilitation (AGAKAR), folgend den Guidelines der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (OKG), zu untersuchen. Es gelangten für die Phase II 1432 und für die Phase III 1390 Datensatze zur Auswertung. Während der Phase II verbesserten sich die Patienten um 20 (-193-240) Watt, erreichten 91,0 % einen systolischen Blutdruck von < 140 mmHg, 66,1 % ein LDL < 100 mg/dl, 69,8 % Triglyceride < 150 mg/dl und bei den Männern 66,2 % einen Bauchumfang < 102 cm. Am Ende der Phase III wurden die Zielwerte von einem noch größeren Teil der Patienten erreicht, wobei die Ergebnisse dann am besten waren, wenn der Phase III eine ambulante anstelle einer stationären Phase II vorausging. Auch nahmen Depression im Laufe der Phase II und III ab und verbesserte sich die Lebensqualität. Schlussfolgerungen Diese Daten beweisen die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der ambulanten kardiologischen Rehabilitation der Phase II und III nach dem Modell der AGAKAR und folgend den Guidelines der ÖKG, wobei die Phase III nicht nur nach einer ambulanten, sondern auch nach einer stationaren Phase II nachhaltige Wirkung zeigte. Diese Ergebnisse sollten dazu Anlass geben, diese Evidenz-basierte und Leitlinienkonforme ambulante Rehabilitation lückenlos, flachendeckend, berufsbegleitend und wohnortnah anzubieten und nicht mehr nur auf wenige Zentren zu beschranken.

 

Primarius Univ.-Doz. Dr. Sebastian Globits

 

Referat: Sport im hohen Alter

Altern ist ein biologischer Prozess, bei dem es zu einer Reduktion der aeroben Leistungsfähigkeit (Absinken der Vo2max 5-10% pro Dekade) und zur Skelettmuskelatrophie (Muskelmasseverlust zwischen dem 20. und 80. Lebensjahr 40%) mit nachfolgendem Kraftverlust (70-80 Jährige Gesunde haben um 20-40% weniger statische und dynamische Muskelkraft als Junge) kommt. Immobilität beschleunigt den Kraftverlust im Alter und führt zu Gleichgewichtsstörungen und Stürzen (30% der > 65 Jährigen stürzen 1 x pro Jahr).

Ausdauertraining wirkt diesen Prozessen entgegen, verbessert die Leistungsfähigkeit und reduziert damit die Mortalität (Steigerung der Vo2max um 1 ml/kg/min senkt die Mortalität um 10%). Krafttraining reduziert Stürze und wirkt der Osteoporose entgegen.

Weitere Effekte regelmäßiger körperlicher Betätigung sind unter anderem die Verbesserung der mentalen Funktion, der Stimmungslage, sowie die Reduktion von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten.

Bei der Trainingplanung im Alter muss auf die speziellen Gegebenheiten berücksichtigt werden.

Lebenslauf:

Sebastian Globits absolvierte sein Medizinstudium an der Universität Wien und promovierte 1986. Nach seiner Ausbildung zum Internisten arbeitete er an der Kardiologie im AKH Wien und verbrachte einen Studienaufenthalt in San Francisco, was zur Verleihung der Venia docendi 1998 führte. Bis 2012 arbeitete er im Landesklinikum St. Pölten als Oberarzt. Schwerpunkte seiner Tätigkeit waren die nicht-invasive Bildgebung, die interventionelle Kardiologie sowie Aufbau und Leitung der Herzinsuffizienzambulanz. Seit 5 Jahren ist er nun ärztlicher Leiter des Herz-Kreislauf-Zentrums Groß Gerungs.

Auch war er viele Jahre in der ambulanten Rehabilitation im Rahmen des Herzverbandes tätig; absolvierte eine psychosomatische Ausbildung und Managementausbildung für medizinische Führungskräfte.

Sein wissenschaftliches Werk umfasst 60 peer-reviewed Publikationen, Buchbeiträge, zahlreiche Vorträge sowie Echo- und Herz MRT Kurse.

Dr. Philipp Stelzer

 

Referat: Historische Entwicklung der Trainingstherapie

"Ausgehend von der Definition der Trainingstherapie im Allgemeinen und im Speziellen in der Rehabilitation, wird auch die historische Entwicklung der kardiologischen Rehabilitation im Hinblick auf gezielte Trainingsmaßnahmen nach akutem Myokardinfarkt dargestellt. Damit soll ein Bogen von den ersten Bewegungskonzepten bei Herz-Kreislauf-Patienten bis zur modernen Trainingstherapie in der Rehabilitation gespannt werden."

Lebenslauf:

  • ab 04/17 Assistenzarzt auf der 1. Med. Abteilung im UK St. Pölten
  • 04/16 bis 03/17 Assistenzart im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs
  • 06/13 bis 04/16 Assistenzarzt auf der 1. Med. Abteilung im UK St. Pölten
  • Lehrtätigkeit am DEMAW
Primarius Univ.-Prof. Dr. Dr. Josef Niebauer, MBA

 

Referat: Was bringt die ambulante Phase III Rehabilitation?

Der medizinische Nutzen der kardiologischen Rehabilitation ist durch mehrere Metaanalysen randomisierter kontrollierter Studien eindeutig belegt. Die Ergebnisse zeigen einen klaren prognostischen Nutzen vor allem der ambulanten kardiologischen Rehabilitation nach akutem Myokardinfarkt, aortokoronarer Bypassoperation, perkutaner koronarer Intervention, bei Herzinsuffizienz und auch bei Hochrisikopatienten mit stabiler Angina pectoris. Dabei lässt sich der größte Rehabilitationseffekt dann erzielen, wenn der Abstand zwischen Ereignis und Rehabilitationsprogramm möglichst kurz und die Rehabilitationsdauer möglichst lang ist. Daher ist die rasche Einleitung und konsequente Durchführung einer ambulanten oder stationären Phase II und einer unmittelbar daran anschließenden längerfristigen ambulanten Phase III bei allen rehabilitationsfähigen Patienten nach einem kardialen Ereignis oder mit einem ausgeprägten kardiovaskulären Risikoprofil anzustreben. Durch internationale, aber auch österreichische Studien wird dies in diesem Vortrag verdeutlicht und belegt.

Lebenslauf

Berufliche Qualifikation

März 1998

Zusatzbezeichnung Sportmedizin

März 1998

Facharzt für Innere Medizin, Österreich

Oktober 1998

Fachkunde Rettungswesen

Dezember 1999

Facharzt für Innere Medizin

Mai 2000

Fachkunde Strahlenschutz-Röntgendiagnostik Thorax

August 2000

Facharzt für Kardiologie

December 2000

European Cardiologist, European Society of Cardiology

Juni 2005

Facharzt Kardiologie, Österreich

Oktober 2005

ÖÄK-Diplom Sportmedizin, Österreich

Akademische Qualifikation

April 1999

Habilitation Innere Medizin, Universität Leipzig

Februar 2000

PhD in Molecular and Clinical Cardiology, University of London

Seit September 2002

Gastprofessur, Yangzhou University, China

Seit Dezember 2004

Professur für Innere Medizin, Universität Leipzig

Seit Juni 2005

Lehrauftrag Universität Salzburg, Sportwissenschaften

Seit Mai 2006

Professur für Innere Medizin/ Kardiologie/ Sportmedizin Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg

Juni 2010

MBA Health Care Management, Universität Salzburg

Mag. Alexander Urtz, MBA
Mag. Alexander Urtz, MBA

 

Referat: Der Innere Schweinehund

Bewegung ist gesund und eine Stunde täglich wäre nötig, um die schädlichen Auswirkungen der sitzenden Tätigkeiten zu kompensieren. Aber viele Menschen scheitern dabei an einer inneren Hürde, dem sogenannten inneren Schweinehund. Viel wird darüber geschrieben wie man den inneren Schweinehund überwinden kann, ohne dabei zu wissen, was der innere Schweinehund eigentlich ist. In meinem Vortrag möchte ich folgende vier Fragen beantworten:

  1. Was ist der innere Schweinehund?
  2. Wie ist er entstanden?
  3. Hat er eine Funktion?
  4. Ist er therapierbar?

Lebenslauf:

Mag. Alexander Urtz ist im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs seit 2008 tätig und hat sich auf die Behandlung von psychischen Traumen bei Herzpatienten spezialisiert. Zuvor Leitete er sieben Jahre das Kinderschutzzentrum Waldviertel. In dieser Zeit sammelte er erste Erfahrungen in der Behandlung von schweren psychischen Traumen. Seit 2003 ist er eingetragener Spezialist für die Behandlung mit EMDR. Er hat sich wissenschaftlich mit dem Thema in seiner Masterarbeit: EMDR Behandlung bei traumatisierten HertpatientInnen, beschäftigt. In der Fachzeitschrift Trauma und Gewalt (Heft 1/2015) beschreibt er Detailliert einen Behandlungsverlauf unter dem Titel: Nach dem Infarkt.

Den ersten Fachartikel veröffentlichte er 2011 in Psychologie in Österreich (Heft 31/4) mit dem Titel: EMDR in der Behandlung von Traumatisierungen nach akuter Herzerkrankung.

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