Herzinfarkt - was nun?

Die richtige Reaktion bei einem Herzinfarkt!

Sie haben anhaltende Schmerzen oder Druck- und Engegefühl im Brustraum? Dann verlieren Sie keine Zeit und rufen Sie die Notrufnummer 144 wählen!

Nehmen Sie keine falsche Rücksicht auf Angehörige, Kollegen oder zufällig anwesende Personen. Behalten Sie den Schmerz nicht für sich, sondern teilen Sie diesen mit.

Die Symptome bei einem Herzinfarkt:

  • Starke, länger als 5 Minuten anhaltende Schmerzen hinter dem Brustbein - Strahlen manchmal auch in den linken Arm oder in beide Arme, in Hals, Kiefer, Schulterblätter, Oberbauch oder Nacken aus
  • Engegefühl, heftiger Druck oder Brennen im Brustkorb Blasse
  • fahle Gesichtsfarbe
  • kalter Schweiß im Gesicht
  • Atemnot
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Schwindel
  • Schwächegefühl

Bei diesen Symptomen rufen Sie umgehend die Rettung! Versuchen Sie nicht Ihren Hausarzt zu holen und fahren Sie auch nicht selbst ins Krankenhaus!

Was kann man als Ersthelfer tun?

Falls ein Angehöriger, Kollege, Sitznachbar, usw. Anzeichen für einen Herzinfarkt hat, handeln Sie rasch und ruhig. Führen Sie folgende Schritte aus:

  1. Rufen Sie sofort die Rettung Tel.: 144
  2. Wo ist der Notfall? Straße, Hausnummer, Kilometerstein, Stockwerk, Tür, Zufahrtswege...) Geben Sie den      genauen Ort an.
  3. Was ist geschehen? 
    Erklären Sie, dass Verdacht auf Herzinfarkt besteht, damit die Leitstelle keinen einfachen Krankenwagen, sondern einen Rettungswagen mit Notarzt schickt.
  4. Wer ruft an? (Für eventuelle Rückfragen, Telefonnummer angeben) 
    Nennen Sie Ihren Namen, danach Namen und Adresse des Patienten.
  5. Was kann man tun bis die Rettung eintrifft?
    Lagern Sie den Patienten mit etwas erhöhtem Oberkörper und achten Sie darauf, dass er nicht friert. Öffnen Sie einengende Kleidung und versuchen Sie Ruhe auszustrahlen. Sollte es zu einem Herz-Kreislauf Stillstand      kommen – Patient atmet nicht mehr – dann beginnen Sie mit der Herz-Kreislauf-Reanimation.

Nach dem Infarkt

Das Erleiden eines Herzinfarktes - entweder bei einer bekannten Herzkrankheit oder wie auch nicht selten aus heiterer Gesundheit heraus - ist fast immer ein einschneidendes Ereignis in der Biographie eines Menschen.

Die plötzliche meist unerwartete Konfrontation mit dem „medizinischen Betrieb“, mit teils unangenehmen Untersuchungen und Eingriffen und damit verbunden das Bewusstwerden der Bedrohtheit der eigenen Existenz bewirken eine Verunsicherung. Diese kann im Falle einer positiven Bewältigung aber auch eine große Chance zur Hinterfragung des eigenen Lebensstiles bzw. eigener Wertehaltungen führen.

Änderung des Lebensstils

Herzchirurgische Eingriffe führen zwar zu einer Verbesserung der klinischen Symptome als auch der Überlebensrate. Um diesen Effekt zu unterstützen, ist aber in den meisten Fällen eine Lebensstilmodifikation notwendig.

Hier sind es die bekannten Risikofaktoren wie:

  • Bewegungsmangel,
  • Übergewicht,
  • Diabestes mellitus,
  • körperlicher und seelischer Stress
  • sowie Hypertonie,

die nachhaltig positiv beeinflusst werden müssen, um einen langfristigen Behandlungserfolg erzielen zu können.

Warum Reha?

Um diese Lebensstilmodifikation zu erreichen, sollte nach dem herzchirurgischen Eingriff eine spezifische Rehabilitation durchgeführt werden. In diesem Rahmen werden Ihnen relevante Informationen betreffend Ernährung, Bewegung und der mentalen Gesundheit vermittelt. Entscheidend dabei ist, die ganzheitliche Sicht des Menschen mit allen seinen psychosozialen Komponenten miteinzubeziehen. Gerade die Herz-Kreislauf-Rehabilitation stellt ein hilfreiches Instrument dar um den richtigen Umgang mit der Erkrankung zu lernen. Sie lernen bei einem sogenannten Anschlussheilverfahren wie man in therapeutischer Begleitung

 

  • das Erlebte „verdauen“,
  • die neuen Grenzen ausloten,
  • neue Sicherheit gewinnen und
  • die Lebensstilfaktoren positiv beeinflussen kann.

Weiters erhalten Sie weitreichende Information über Ihre Krankheit und die Möglichkeiten eines konstruktiven Umganges für eine angstfreie Zukunft! Eine Zeit, in der man auch im Gespräch mit anderen Leidensgenossen persönliche Erfahrungen austauschen und diese teilen kann. Dies ist zur psychischen Bewältigung der Erkrankung äußerst hilfreich. 

Maßnahmen während der Reha:

  1. Begleitung bei der Raucherentwöhnung
  2. Analyse der Ernährungsgewohnheiten mit Instruktion einer „herzgesunden“ Diät, nachhaltige Gewichtsreduktion
  3. Überprüfung und Optimierung der laufenden medikamentösen Therapie
  4. Kontrolliertes körperliches Training (Ausdauer und Kraft) mit Festlegung der optimalen Trainingsintensität
  5. Entspannungsübungen und Stressmanagement
  6. Im Bedarfsfall psychologische Beratung zur Lebensstiländerung
  7. Informationsveranstaltungen betreffend Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen, Veränderung von Risikofaktoren, etc.

Ziel der Reha:

All diese Punkte sind wichtig, da letztlich das langfristige Ziel der Behandlung nach einem Herzinfarkt die berufliche und soziale Wiedereingliederung sein soll, bei der die Einschränkungen im Alltag so gering als möglich gehalten werden sollten.