Sucht ist wie eine chronische Erkrankung

Hat jemand eine Sucht entwickelt, behandelt man sie am besten wie eine chronische Erkrankung, denn Sucht ist nicht heilbar. Einmal Raucher, immer Raucher. Das liegt daran, dass das Suchtverhalten und alle körperlichen Reaktionen auf das Suchtmittel, im Gehirnbereich für Prozesse dauerhaft gespeichert bleibt.

Leider lässt sich das nachträglich therapeutisch nicht mehr verändern. Es wird nur gelöscht, wenn das Gehirn selber zerstört wird, z.B. durch eine Erkrankung wie Alzheimer.

Die Beobachtung, dass Alzheimerpatienten zu rauchen aufhören hat früher zu der irrigen Annahme geführt, dass rauchen vor Alzheimer schützt. Heute wissen wir, dass das nicht stimmt, sondern, dass die Patienten aufgrund der Gehirnschäden auf das Rauchen „vergessen“.

Ist eine Sucht heilbar?

Das heißt, eine Sucht ist leider nicht heilbar, da die Inhalte im Prozessgedächtnis nie mehr so sein werden wie vor der Sucht. Damit ist auch klar, warum es immer wieder zu einem Rückfall kommen kann. Wie rauchen geht verlernt man nicht, so wie Fahrradfahren.

Auch wenn eine Sucht nicht heilbar ist, so muss ich sie aber nicht ausüben.

Das heißt, ich kann zumindest mit dem Suchtverhalten aufhören. Manche schaffen es über Jahre und Jahrzehnte nicht zu rauchen. Und manchmal passiert auch noch nach Jahren ein Rückfall, denn das Gehirn erinnert sich sofort daran wie rauchen „geht“.

Für viele Raucher ist ein Rückfall leider nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Aus der Sicht einer chronischen Erkrankung ist eine Sucht einmal besser (rauchfreie Phase) und einmal schlechter (rauchende Phase).

Bei vielen Rauchern wechseln sich schwer erkämpfte Phasen der Rauchfreiheit mit Phasen, in denen sie wieder rauchen, ab. Damit ist das aufhören mit dem Rauchen erst die halbe Miete, denn jeder „Ex-Raucher“, sprich inaktiver Raucher, ist gefährdet einen Rückfall zu erleiden und wieder zu einem aktiven Raucher zu werden. Wie bei einem Vulkan der Jahrelang schläft und plötzlich wieder aktiv wird.

Im Gegensatz zu einem Vulkan haben wir Menschen es aber in der Hand, inaktiv zu bleiben, sprich einen Rückfall zu vermeiden.

Das wichtigste Instrument dazu ist die Wachsamkeit.

Wachsamkeit ist besonders in Situationen, in denen leicht eine „Aktivierung“ passieren kann, wichtig. Das kann in einer lustigen Runde sein, mit Alkohol und wo geraucht wird. Die gehobene Stimmung lässt einen übermütig werden und der Alkohol enthemmt zusätzlich. Ein Rückfall kann aber auch in einer schwierigen Lebenslage passieren. Dabei geht das Gehirn alle Erfahrungen durch, die es früher schon in schweren Situationen angewendet hat. Als ehemaliger Raucher erinnert sich ihr Gehirn daran, früher in diesen Situationen geraucht zu haben. Da glaubt es dann, dass das jetzt vielleicht auch gut ist.

Je besser ich weiß, in welchen Situationen ich gefährdet bin, desto besser kann ich mich darauf vorbereiten.

Die beste Vorbereitung für den Rückfall selber ist der Vorsatz, gleich danach mit dem Rauchen wieder aufzuhören.

Eine Sucht ist nicht heilbar, aber ich kann sie gut managen.

Dadurch lässt sich ein Rückfall immer wieder vermeiden.

Ich wünsche viel Erfolg.

Mag. Alexander Urtz MBA
Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs

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