Welche Hinweise verstecken sich hinter den fünf Buchstaben, die wir bei genauerem Hinsehen auf zahlreichen Verpackungen entdecken können?
Die Nutri-Score Kennzeichnung soll dem Verbraucher die Bewertung von Lebensmitteln erleichtern – von A für gesund bis E für ungesund.
Grundsätzlich gibt die gesetzlich vorgeschriebene Nährwerttabelle auf der Rückseite der Verpackung Informationen über Energie, Fett, Kohlenhydrate, Eiweiß und Salz. Der Nutri-Score ersetzt keinesfalls die Nährwerttabelle, sondern stellt eine zusätzliche und freiwillige Information des Produzenten für den Verbraucher dar.
In Österreich gibt es diesbezüglich noch keine Regelungen. Bislang wird der Nutri-Score in Frankreich, Deutschland, Belgien, Spanien, den Niederlanden, Luxemburg und der Schweiz freiwillig von den Herstellern verwendet.
Wie hilfreich ist diese zusätzliche Kennzeichnung?
Hat diese auch Schwachpunkte? Als günstige Inhaltsstoffe bei der Bewertung der Lebensmittel gelten Proteine, Ballaststoffe, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse und pflanzliche Speiseöle. Ungünstig sind Zucker, gesättigte Fettsäuren, ein hoher Salzgehalt und eine hohe Energiedichte. Jeder Bestandteil wird mit gewichteten Punkten bewertet und ein hoher Gehalt an positiven Stoffen kann somit auch negative ausgleichen – der exakte Anteil wird nicht genannt.
Da der anfangs kreierte Nutri-Score Schwachpunkte in der Bewertung aufwies, hat man diesen erst kürzlich adaptiert. Pflanzliche Öle mit einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren erzielen zukünftig bessere Bewertungen.
Bis Ende 2025 dürfen auch noch Produkte mit den alten Nutri-Score Bewertungen verkauft werden.
Unsere Tipps für Ihren nächsten Einkauf
Der Nutri-Score ist eine Ergänzung zur Zutatenliste und Nährwerttabelle und kann eine Einkaufshilfe darstellen, wenn der Verbraucher hoch verarbeitete Lebensmittel innerhalb einer Gruppe vergleichen möchte - welche Tiefkühlpizza z.B. die bessere Wahl darstellt.
Der Nutri-Score ist kein umfassendes Bewertungssystem für Lebensmittel, sondern nur eine zusätzliche Information. Zahlreiche Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Süßstoffe, Aromen, etc. berücksichtigt der Nutri-Score nicht. Hersteller können somit auch tricksen und mehr Zusatzstoffe verwenden, um z.B. den Fettanteil zu verringern. Hier hilft ein kritischer Blick auf die Zutatenliste.
Leider fehlt aber noch eine einheitliche europaweite Regelung für diese Kennzeichnung.
Wer sich gesund ernähren möchte, sollte jedoch generell Fertiggerichte und hoch verarbeitete Produkte mit einer langen Zutatenliste meiden und seinen Einkaufskorb mit unverarbeiteten und frischen Lebensmitteln füllen.
Team der Diätologie
Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs

