Nichtrauchen als Neustart

Mit dem Rauchen aufzuhören ist eine Herausforderung. Noch größer wird diese, wenn man versucht das Rauchverhalten zu verändern und sonst nichts im Leben. Nur das Rauchen aufzugeben und alles andere gleich zu lassen erschwert das Projekt „Nichtraucher“ oft.

Dies liegt daran, dass das Rauchen für gewöhnlich fest in unser Alltagsverhalten eingebettet ist. Jeder Raucher hat seine Rituale: Die Zigarette zum Frühstückskaffee oder die Rauchpause am Vormittag. Die Zigarette während man sich über den Chef ärgert, die Zigarette am Balkon als Beginn des Feierabends. All diese Zeitpunkte, Momente können einen später an das Rauchen erinnern und ein entsprechendes Verlangen auslösen oder verstärken. Die Abwesenheit der Zigaretten hinterlässt gewissermaßen ein Loch. Lässt man alle Abläufe und Gewohnheiten gleich, fällt dieses Loch noch häufiger auf und damit wächst auch das Bedürfnis, dasselbige wieder zu füllen. Mit Keksen zum Beispiel. Oder mit Wurstsemmeln. Eher selten mit Salat. Schon oft haben PatientInnen mir erzählt, dass sie dann nach einem frustrierendem Besuch auf der Waage, wieder zur Zigarette gegriffen haben.

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen sich das Rauchen abzugewöhnen, überlegen gleichzeitig auch welche anderen Änderungen in Ihrem Leben Ihnen dabei helfen könnten. Sie können hier mit der Änderung kleiner Routinen beginnen. Suchen Sie vermehrt Orte auf, an denen Sie typischerweise ohnehin nie rauchen, oder – zumindest mittelfristig – meiden Sie jene, die stark mit dem Rauchen verknüpft sind. Zeitpunkte, an denen Sie rauchen, können auch gezielt anders gestaltet werden. Vielleicht mit einer kurzen Entspannungsübung, einem Telefonat oder einem Stück dunkler Schokolade. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf.

Überlegen Sie auch, ob es alte Interessen oder Hobbys gibt, die Sie wieder aufleben lassen könnten. Möglicherweise gibt es auch etwas, dass Sie schon immer einmal ausprobieren wollten. Es muss sich hierbei nicht um weltbewegende Projekte handeln, sondern jede Kleinigkeit zählt.

Die wenigsten Menschen rauchen „einfach so“. Das Rauchen erfüllt immer eine Funktion. Der Abschied vom Rauchen fällt deswegen oft schwer. Machen Sie aus dem Abschied einen Neustart. Mit vielen kleinen, und vielleicht sogar großen, neuen Gewohnheiten, Abläufen und Interessen.

Mag. Andreas Fuka, Klinischer- und Gesundheitspsychologe

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