Genuss in der Weihnachtszeit

Fragt man Menschen, was sie mit „Genuss“ verbinden, werden zu einem hohen Prozentsatz Assoziationen genannt, die sich auf den Konsum von Lebensmitteln („ein gutes Essen“) oder sogenannten „Genussmitteln“ (ein Glas Wein, ein paar Bier, eine Zigarette zum Kaffee) beziehen. Hier folgt dann oft postwendend das schlechte Gewissen: Vieles, was gern „genossen“ wird, führt zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme oder anderen gesundheitlichen Belastungen.

Viel seltener finden sich Beispiele für Genuss aus Bereichen wie Familie, Sport oder Sexualität. Diese sind in unserer Vorstellung oft mehr mit Verpflichtung oder Leistung verbunden.

Gelingt es uns hingegen, im Spiel mit den Kindern selbstvergessen in ihre Welt einzutauchen, eröffnen sich auch für uns neue Bereiche.

Orientieren wir uns beim Sport mehr an der Freude und dem angenehmen Rhythmus der Bewegung als an einem „schneller und weiter“, sind angenehme sinnliche Erfahrungen im Vordergrund.

Zärtliche Berührungen und mehr Zeit füreinander lassen uns sexuelle Begegnungen wieder mehr genießen.

Die meisten Menschen beklagen, dass der Alltag ihnen gar keine Zeit für Genuss lässt. Man erhält den Eindruck, dass die Fähigkeit zu genießen zwischen Arbeits- und Freizeitstress und dem Anspruch, ständig Neues erleben zu müssen, immer mehr verloren geht.

Besonders in schwierigen Zeiten wie diesen, die oft auch Verzicht auf vertraute Aktivitäten einfordern, haben viele Menschen das Gefühl, dass ihr Leben freudlos geworden ist.

Genusserfahrung benötigt aber nicht unbedingt viel Zeit oder außergewöhnliche Erlebnisse. Sie ist jederzeit im Alltag möglich, wenn wir angenehmen Sinneseindrücken ein wenig Aufmerksamkeit schenken und erfreuliche Erfahrungen nicht für selbstverständlich nehmen.

Gerade die Weihnachtszeit bietet uns die Gelegenheit, uns wieder im Genießen zu üben. Und zwar nicht nur im Genuss von Festtagsbraten und Weihnachtskeksen.

Ein erholsamer Spaziergang durch den verschneiten Wald, ein entspanntes Bad bei Kerzenlicht und Musik oder ein liebevolles Beisammensein im engsten Familien- oder Freundeskreis fühlen sich oft besser an als der laute Trubel einer großen Feier.

Mag.a Margit Gorgi, Klinische und Gesundheitspsychologin

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