Beitragsserie Herzfrequenz Teil 8 "Puls und Blutdruck spielen nicht immer zusammen"

WICHTIG: Diese Beitragsserie fundiert auf trainingstherapeutischen Grundlagen und ersetzt in keiner Weise medizinische Auskunft/Konsultation!

Bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems MUSS Bewegung & Sport unbedingt im Vorab fachärztlich abgeklärt werden!

Bluthochdruck während körperlicher Bewegung (Belastungshypertonie)

Normalerweise steigen Blutdruck und Puls mit der Belastungsintensität. Liegt eine Belastungshypertonie vor, reagiert der Blutdruck bei körperlicher Bewegung überschießend. Dabei können sehr hohe Blutdruckspitzen auftreten. Um das zu vermeiden, ist es ratsam, regelmäßige Blutdruckmessungen während den Bewegungseinheiten durchzuführen und die Bewegungsintensität am Blutdruckverhalten auszurichten. Beim Arzt erfährt man die individuellen Blutdruckbereiche für die Bewegungseinheiten.

Heikle Situation – Aortenaneurysma/Aortenektasie

Kein einfaches Thema ist Sport und Bewegung bei einer krankhaften Erweiterung der Aorta. Welche Sportarten, wie viel und wie intensiv man sich belasten darf - da scheiden sich die Geister. Daher muss im ersten Schritt das Bewegungs- und Blutdruckverhalten unbedingt fachärztlich abgeklärt werden! Die ärztlichen Bewegungsempfehlungen & Blutdrucklimits sind immer auf die individuelle körperliche Situation abgestimmt und sollten durch engmaschige medizinische Kontrollen regelmäßig evaluiert werden.

Jedenfalls ist Vorsicht bei Sport & Bewegung angesagt, regelmäßige Blutdruckkontrollen während den Bewegungseinheiten sollten eingehalten werden und garantieren, dass die empfohlenen Blutdrucklimits nicht überschritten werden.

In der Praxis kann man dann schnell vor einem Problem stehen, denn bei vielen Sportarten geht die Blutdruckmessung nicht einfach von der Hand (z.B. Schwimmen). Zu empfehlen sind daher Sportarten, die eine Blutdruckmessung einfach machen, beispielsweise am Radergometer oder wenn das Blutdruckmessgerät ohne viel Umstände mitgenommen werden kann (z.B. im Wanderrucksack).

Aber was tun, wenn man den Blutdruck nicht messen kann oder die geliebte Sportart eine genaue Blutdruckmessung kaum zulässt? Gibt es Alternativen zur Blutdruckmessung? Nicht wirklich, den genauen Blutdruckwert erhält man nur durch eine Oberarmmanschettenmessung. Die Pulsmessung bietet zwar keine adäquate Alternative, aber eine Möglichkeit die Belastung zu steuern.

Wenn beim Belastungs-EKG die Blutdrucksituation vom Arzt evaluiert wird, kann beim Erreichen des Blutdrucklimits der Puls festgestellt und als „Pulslimit“ herangezogen werden. Im Alltag kann mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass Bewegung unter dem Pulslimit bedeutet, auch unter dem Blutdrucklimit zu liegen. Leider gibt es dazu keine wissenschaftlichen Studien. Ein verlässliches Feedback über die Blutdrucksituation kann der Puls nie geben, daher ist die Pulssteuerung bei Blutdrucklimit in Fachkreisen umstritten.

Unser Fazit: Wenn die Blutdruckmessung nicht möglich ist, ist es allemal besser mit dem „Pulslimit“ zu arbeiten, als gänzlich auf Belastungssteuerung zu verzichten.

Mag. Martin Miehl, Sportwissenschafter
Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs

 

 

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