Bluthochdruck entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren: erbliche Veranlagung, Lebensstil und psychische Belastungen beeinflussen sich gegenseitig. Besonders der Umgang mit Ärger spielt dabei eine wichtige Rolle.
Früher ging man davon aus, dass vor allem unterdrückter Ärger den Blutdruck erhöht. Heute weiß man: Auch unkontrollierte Wutausbrüche belasten den Körper. Wer Ärger häufig laut und impulsiv auslebt, bleibt länger auf einem hohen Erregungsniveau – und findet meist schneller einen neuen Anlass, sich erneut aufzuregen.
Ärger bewusst wahrnehmen und regulieren
Achten Sie darauf, in welchen Situationen Ärger entsteht, wie er sich körperlich bemerkbar macht und was ihn ausgelöst hat. Nehmen Sie innerlich Abstand und verschieben Sie die Auseinandersetzung mit der Situation bewusst auf einen späteren, ruhigeren Zeitpunkt. Das schützt vor impulsiven Aussagen oder Handlungen.
Richtet sich der Ärger gegen eine konkrete Person, suchen Sie ein klärendes Gespräch erst dann, wenn die Wut abgeklungen ist. Überlegen Sie davor, ob Ihr Gegenüber vielleicht gute Gründe für sein Verhalten hat. Ein Perspektivwechsel kann Ärger deutlich abschwächen.
Stress braucht Erholung
Stress versetzt den Körper in Alarmbereitschaft. Fehlen Erholungsphasen, bleibt er dauerhaft angespannt. Ohne Entspannung kann sich der Körper nicht regenerieren – Erschöpfung, Verspannungen und Bluthochdruck können die Folge sein.
Richtig Pause machen
Pausen wirken nur dann erholsam, wenn sie sich von der Arbeit unterscheiden:
- Bildschirmarbeit → Pause ohne Bildschirm
- Viel Kontakt mit Menschen → Pause für sich
Schon kurze bewusste Unterbrechungen helfen, besonders wenn Sie den Arbeitsplatz kurz verlassen.
Ausgleich in der Freizeit
Erholung entsteht durch Abwechslung. Hobbys sollen Freude machen und ein Gegengewicht zum Alltag sein. Bei sitzender Tätigkeit unterstützt Sport. Arbeite ich hingegen alleine, dann empfiehlt sich eine Gruppenaktivität. Habe ich mit vielen Menschen zu tun, habe ich vielleicht das Bedürfnis mich zurückzuziehen und alleine etwas zu machen.
3 kurze Übungen für mehr Entspannung
Hier ein paar kurze Entspannungsübungen als Beispiel, um sich vom Ärger zu lösen, den Blutdruck zu senken und zu entspannen:
1. Atemübung (1 Minute)
4 Sekunden durch die Nase einatmen, 6 Sekunden langsam durch den Mund ausatmen. 5–6 Wiederholungen.
2. Schulterentspannung (30 Sekunden)
Schultern bewusst hochziehen, kurz halten und locker fallen lassen. Kiefer entspannen.
3. Gedankenpause
Blick auf ein Bild oder aus dem Fenster richten und für ein paar Sekunden an etwas Angenehmes denken.
Tun Sie aktiv etwas für sich
Regelmäßige Entspannungsübungen unterstützen das körperliche und seelische Wohlbefinden. Sie helfen, Stress abzubauen, innere Anspannung zu lösen und können Ärger sowie Bluthochdruck vorbeugen. Welche Entspannungstechnik am besten geeignet ist, ist individuell verschieden – oft zeigt erst das Ausprobieren, was gut tut und nachhaltig entspannt.
Beginnen Sie mit der Methode, die Sie am meisten anspricht – und machen Sie Entspannung zu einem festen Bestandteil Ihres Alltags.
Team der Pyschologie
Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs

