Diabetes mellitus

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der der Körper nicht in der Lage ist, den Zuckergehalt des Blutes im Normbereich zu halten. Es wird entweder zu wenig (bzw. kein) Insulin von der Bauchspeicheldrüse produziert oder das produzierte Insulin kann durch Übergewicht bedingt nicht entsprechend wirken.

Eine erfolgreiche Behandlung des Diabetes mellitus ist aber nur möglich, wenn der Betroffene wirklich aktiv mitwirkt. Es sind viele nichtmedikamentöse Maßnahmen wie richtige Ernährung sowie Abbau von eventuellem Übergewicht, regelmäßige Bewegung, ebenso Grundvoraussetzung wie die regelmäßige Durchführung von Stoffwechselkontrollen und Untersuchungen bezüglich Spätschäden.

Eine alleinige Bewertung der Einstellung durch einzelne Blutzuckermessungen ist nicht möglich. Eine gute Blutzuckereinstellung ist nur durchführbar, wenn der Einfluss des Gewichts bzw. Übergewichts mitberücksichtigt wird! Bei kontinuierlicher Gewichtszunahme besteht dringender Handlungsbedarf!!

Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus Typ II

Die empfehlenswerte Ernährungsform bei Diabetes mellitus ist eine gesunde, abwechslungsreiche Mischkost mit folgenden Schwerpunkten:

 

  • AUSREICHEND FLÜSSIGKEIT
  • ZUCKERARM
  • FETTQUALITÄT in geeigneter Portion
  • BALLASTSTOFFREICH

Die klassische Diabetesdiät ist längst überholt!

Kohlenhydrate sind nicht verboten! Ihre Mahlzeit soll stärke- und ballaststoffreiche Getreideprodukte, Erdäpfel, Gemüse, Obst und fettarme Milchprodukte beinhalten. Fisch, mageres Fleisch und Eier sollen den Speiseplan ergänzen. Besonderes Augenmerk ist auf die Menge und v.a. die verwendete Qualität der Fette zu legen!

ACHTUNG! Nicht jedes Lebensmittel, das mit dem Wort „Diät“ gekennzeichnet ist oder nach BE (Broteinheit) definiert ist, ist auch automatisch für Diabetiker geeignet! Nehmen Sie die verschiedenen Produkte genau unter die Lupe. Achten Sie auf Fettqualität, Fett- und Zuckergehalt!

Flüssigkeit zu jeder Gelegenheit

Trinken Sie täglich mind. 1,5 bis 2 Liter zuckerfreie Flüssigkeit in Form von Wasser, Mineralwasser, ungezuckertem Tee (ev. mit Süßstoff gesüßt) und aufgespritzten Light-Limonaden. Verdünnen Sie (die sehr süß schmeckenden) Light-Limonaden unbedingt mit Wasser, um ihren Körper nicht unnötig an intensiv süße Getränke zu gewöhnen.

Die Getränke müssen zuckerfrei sein!! Fruchtsäfte und gewöhnliche Limonaden sind demnach keine geeigneten Getränke, weil sie den Blutzucker sehr rasch ansteigen lassen. Auch Fruchtsäfte mit der Bezeichnung „ohne Zuckerzusatz“ oder „light“ enthalten immer den Zucker der verwendeten Früchte und sind damit für Diabetiker ungeeignet.

Portionieren Sie Ihre Mahlzeiten

Versuchen Sie grundsätzlich kleinere Mahlzeiten zu essen. Dadurch vermeiden Sie nach den Mahlzeiten hohe Blutzuckerspitzen. Zu empfehlen sind 3 kleinere Hauptmahlzeiten ev. ergänzt durch 2 Zwischenmahlzeiten z.B.: in Form von 1 Hand voll Obst oder 1 Becher Joghurt. Vermeiden Sie jedoch unbedingt ständiges essen von „Kleinigkeiten“ zwischendurch.

Getreideprodukte & Erdäpfel

Getreideprodukte – vor allem die Vollkornvariante soll gemeinsam mit Erdäpfeln auf Ihrem Speiseplan überwiegen.

Getreideprodukte sind besonders wertvoll, wenn sie in der Vollkornvariante gegessen werden. In dieser Form haben sie den höchsten Ballaststoffgehalt aller Lebensmittel und ermöglichen somit einen langsameren Blutzuckeranstieg nach der Mahlzeit.

Gemüse

Essen Sie Gemüse wann und wie oft Sie Lust darauf haben! Sie müssen jedoch auf die Zubereitungstechnik achten. Gewöhnen Sie sich an, bei jeder warmen Mahlzeit eine große Portion Salat (mit wenig Öl) oder fettarm zubereitetes Gemüse zu essen. Auch bei kalten Mahlzeiten sollte Gemüse auf keinen Fall fehlen.

Obst

Essen Sie 2-3 Portionen frisches Obst pro Tag. Eine Hand voll Obst – egal welche Sorte – gilt dabei als eine Portion.

Für Diabetiker ungeeignet sind Obstprodukte, wie Fruchtsäfte und Trockenfrüchte.

Milchprodukte

Bevorzugen Sie bei der Auswahl der Milchprodukte fettarme Alternativen, vergessen Sie darüber hinaus aber nicht den teilweise sehr hohen Zuckergehalt mancher Milchprodukte.

Fisch, Fleisch

Fisch sollte mindestens 2 x pro Woche auf Ihrem Speiseplan stehen. Auf Grund des hohen Omega-3-Fettsäureghalts sind Hering, Makrele, Thunfisch, Sardinen (ohne Öl) sowie Lachs besonders zu empfehlen.

Im Gegenzug sollten Sie Ihren Fleischkonsum beschränken. Versuchen Sie dabei sehr fettreiche Wurst und Wurstprodukte zu vermeiden. Bevorzugen Sie generell Schinken anstelle von Wurst und Fleisch anstelle von Würsteln.

Süßes und Fettes – selten aber nicht verboten

Bei Fett gilt die Devise: Qualität vor Quantität, dabei sollte der Konsum von tierischen Fetten und damit gesättigten Fettsäuren möglichst vermieden werden. Verwenden Sie täglich (maximal) 1 gestrichenen Esslöffel hochwertiges Streichfett und 2 Esslöffel pflanzliche Öle zum Kochen.

Süßes hat bei entsprechend guten Blutzuckerwerten auch einen kleinen Platz im Speiseplan.

Zum Süßen von Mehlspeisen, Desserts und Getränken stellt Süßstoff (in mäßigen Mengen verwendet) eine gute Alternative zum Haushaltszucker dar. Der Einsatz von Diabetikerzucker (z.B.: Fruchtzucker) oder Honig führt genauso zu einem Blutzuckeranstieg wie der Konsum von normalem Zucker und ist demnach nicht zu empfehlen.

„Diabetiker-Süßigkeiten“ und so genannte „Diabetiker-Mehlspeisen“ sind keine zu empfehlenden Alternativen zu normalen Süßigkeiten, da sie einen noch höheren Fettanteil und damit Kaloriengehalt aufweisen!

Kaufen Sie bei Bedarf normale Süßigkeiten, beschränken Sie jedoch unbedingt die zugeführte Menge!