Gesundheitstipps Archiv
| 09.11.2011 | | Mehr Ausdauer für Ihr Herz |
Die Ausdauer ist eine grundlegende Komponente der individuellen Leistungsfähigkeit und charakterisiert die Fähigkeit, eine gegebene Leistung möglichst lange durchzuhalten bzw. eine Ermüdung so lange wie möglich hinaus zu zögern. Klassische Ausdauersportarten sind zum Beispiel Laufen, Radfahren, Skilanglauf, Walking/Nordic Walking und Schwimmen.
Die vorrangigen Ziele eines gesundheitsorientierten Ausdauertrainings sind Stabilisierung und/oder Verbesserung des Gesundheitszustandes. Selbst in der kardiologischen Rehabilitation sind ausdauerorientierte Trainingsverfahren seit vielen Jahren etabliert und Grundvoraussetzung für einen nachhaltigen Erfolg. Durch ein therapeutisches, regelmäßig und systematisch durchgeführtes Ausdauertraining kann sowohl das Risiko einer Krankheitsverschlechterung als auch die Morbidität und Mortalität gesenkt werden.
Ein wichtiger Aspekt ist die Senku,ng des Ruhe- und Arbeitspulses bei gleicher Leistung, was wiederum zu einer ökonomischeren Arbeitsweise des Herzens führt. Ebenfalls verringert sich der Sauerstoffbedarf des Herzmuskels und die geförderte Blutmenge pro Pulsschlag wird erhöht. Eine Verbesserung der Neubildung feinster Blutgefäße, eine Steigerung der Förderleistung des Herzens und ein Abbau der Stresshormone sind weitere sehr wichtige Anpassungsreaktionen, die durch ein gezieltes Ausdauertraining hervorgerufen werden können.
Tipp von Frau Mag. Karin Flautner
Sportwissenschafterin im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs.
| 25.10.2011 | | Vorsicht Sturzgefahr! |
Unsere Lebenserwartung steigt stetig an. So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben ist dabei für die meisten ein großes Ziel. Grundlage dafür ist Bewegungssicherheit, denn der Hauptgrund für Pflegebedürftigkeit sind nach wie vor Stürze bzw. deren Folgen.
Was können wir dagegen tun?
Um Stürze zu vermeiden sollte man rechtzeitig mit einem regelmäßigen Bewegungsprogramm – ideal wären 30 Minuten täglich - starten. Gleichgewicht und Koordinationsfähigkeit stehen dabei an oberster Stelle. Nutzen Sie auch im Alltag jede Gelegenheit um sich zu bewegen: Kurzstrecken bis zu einem Kilometer können zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Haben Sie die Wahl zwischen Lift und Treppe, wählen Sie die Treppe. Der Weg dauert selten länger und Sie tun etwas für Ihre Gesundheit. Regelmäßige körperliche Bewegung reduziert das Risiko, als Folge eines Sturzes einen Schenkelhalsbruch zu erleiden um bis zu 50 %!
In der häuslichen Umgebung ist es hilfreich Türschwellen zu entfernen, Stufen farblich zu kennzeichnen, Sanitäranlagen mit Haltegriffen auszustatten und Nachtlichter mit Bewegungsmelder anzubringen, um Hindernisse rechtzeitig zu erkennen und Unsicherheiten zu überwinden.
Das Moorheilbad Harbach bietet zur Sturzprävention ein spezielles Funktionstraining an, wobei besonders auf die koordinativen und kognitiven Fähigkeiten Augenmerk gelegt wird. Bei einer Rehabilitation nach sturzbedingten Verletzungen werden neben den medizinisch-therapeutischen Maßnahmen verschiedene Hilfsmittel und ein adäquater Umgang mit diesen erklärt.
Tipp von Prim. Dr. Johannes Püspök,
ärztlicher Direktor im Moorheilbad Harbach
| 01.10.2011 | | Grippetipps für Herzkranke |
Der Herbst ist da und in dieser Jahreszeit sollte man sich Reserven für die kalte Jahreszeit schaffen. Obwohl Winterspeck auch gut isoliert, ist es gerade, wenn man an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leidet, viel sinnvoller, sich konditionell zu optimieren. In der Übergangszeit ist bei starken Temperaturschwankungen insbesondere auch an geeignete Kleidung und vor allem Flexibilität der Kleidung und rasches Adaptieren an die Gegebenheiten zu denken. Auch der Wind sollte mitkalkuliert werden.
Die allgemein empfohlene Grippeimpfung ist für Herzerkrankte nach wie vor empfehlenswert. Allerdings darf man auf keinen 100%igen Schutz vor der Grippe und vor grippalen Infekten zählen. Die besten Vorsorge-Empfehlungen sind körperliches regelmäßiges Ausdauertraining sowie ausgewogene Ernährung mit Vitaminen und Mineralstoffen, etwas erhöhte Vitamin C-Zufuhr und eben adaptiertes Kleidungsverhalten.
Herzpatienten sollten bei grippalen Infekten und einer Influenza bedenken, dass die meisten fiebersenkenden und schmerzbekämpfenden Medikamente mit Herzmedikamenten Wechselwirkungen aufweisen können. Daher sollte hier Rücksprache mit einem kundigen Arzt erfolgen. Schwitzen Sie im Zweifelsfall mehrere Tage im Bett als medikamentöse, eigentlich nicht heilende, sogar nur symptomverminderte Hilfe zu beanspruchen und ein zusätzliches Risiko in Kauf zu nehmen. Achten Sie auch auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
Zum Erhalt der Bewegungs- und Kreislaufregulationsfähigkeit sind regelmäßige Muskelübungen im Bett und kurzfristiges Aufstehen empfehlenswert. Richtiges körperliches Ausdauertraining sollte erst nach mindestens 5 Tagen Fieberfreiheit wieder begonnen werden. Auch bei erhöhten Temperaturen und Fieber, das per Definition erst über 38 Grad Celsius als solches bezeichnet wird, ist auf Körpertraining zu verzichten, da hier eine starke Kreislaufbelastung und viele andere Risiken vorliegen. Ist die Krankheitsdauer über eine Woche gehend, sollte auch das Training wieder langsam und adaptiv begonnen werden. Sofortiges Volltraining ist in jedem Fall abzulehnen. Training in der frischen Natur ist besonders in der Rekonvaleszenz mit nichts zu ersetzen und dem Indoor-Training in Fitnesszentren, die zudem in Grippezeiten ein zusätzliches Infektionsrisiko, wie alle Menschenansammlungen bieten, vorzuziehen.
Ein oft zusätzlich bei längerer Bettlägerigkeit auftretendes Problem ist bei Patienten mit Krampfadern zu beachten. In diesem Fall sollte man unbedingt mehrmals täglich die Beine hochlagern, Fußübungen durchführen und auch gehen, um eine sogenannte Immobilisationsthrombose zu vermeiden und das Risiko schwerer Erkrankungen wie Lungenembolien zu minimieren. Bei sonst gesunden Patienten ist eine zusätzliche medikamentöse Therapie und Eingriff in die Blutgerinnung nicht zu empfehlen. In Vergleichsuntersuchungen hat sich die regelmäßige Bewegung hier als effektiver und nebenwirkungsfrei dargestellt. Ist man älter und von einer Grippe schwer angeschlagen, wirklich bettlägerig und kreislaufinstabil, sollte man bei bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung und Krampfadern auf jeden Fall auch eine blutverdünnende Maßnahme über den Hausarzt beziehen. Auch hier ist wieder auf die Wirksamkeit ausreichender Flüssigkeitszufuhr hinzuweisen.
In Summe muss man bei allen negativen Aspekten der Infektionskrankheiten in der Übergangszeit immer darauf hinweisen, dass Infektionskrankheiten als Training für das Immunsystem gesehen werden können und so auch einen positiven Aspekt eines neuerlich bestärkten gut trainierten Immunsystems auch bieten. So ist zum Beispiel in wissenschaftlichen Arbeiten auch deutlich beschrieben, dass Patienten, die so gut wie nie einen Schnupfen bekommen, häufiger zu bösartigen Krebserkrankungen tendieren, was in einer Untrainiertheit bzw. Schwäche des Immunsystems begründet wird.
Somit sind Sie nicht traurig, wenn Sie einen Schnupfen haben, sondern sehen Sie dies unter dem Aspekt des Trainings Ihres Immunsystems und wenn Sie die oben angeführten Dinge beachten, werden Sie auch noch durch diese unangenehme, aber nicht lebensbedrohliche Erkrankung gestärkt.
Tipp von Herrn Prim. Dr. Elmar Wiesinger,
ärztlicher Leiter im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs.






